24-Stunden-Schicht: Definition, Regeln und Tipps für die Praxis

Ärzte im Krankenhaus, die Feuerwehr, Fachkräfte in der Pflege oder der Rettungsdienst haben eines gemeinsam: Sie müssen Menschen rund um die Uhr versorgen. Möglich wird das häufig durch die 24-Stunden-Schicht. Doch was genau steckt hinter diesem Arbeitszeitmodell? Wann ist es überhaupt gesetzlich erlaubt, jemanden 24 Stunden am Stück einzuteilen?

Rückansicht eines Rettungswagens mit eingeschaltetem Blaulicht auf einem abgelegenen Feldweg bei Dämmerung; symbolisiert den unermüdlichen Einsatz im Rettungsdienst während einer 24 Stunden Schicht.
Karla Terhaar
Karla Terhaar
Expertin für Personal- und Digitalisierungsthemen
Veröffentlicht am
24.02.2026
February 24, 2026

Die wichtigsten Fragen im Überblick

Was genau ist eine 24-Stunden-Schicht?

Eine 24-Stunden-Schicht bedeutet entweder, dass mehrere Mitarbeiter im Wechsel arbeiten, um einen Betrieb 24 Stunden lang abzudecken, oder dass ein einzelner Mitarbeiter für volle 24 Stunden im Dienst ist. Letzteres ist jedoch keine durchgehende Vollarbeit, sondern immer eine Kombination aus aktiver Arbeitszeit und Bereitschaftsdienst.

Ist es gesetzliche erlaubt, 24 Stunden am Stück zu arbeiten?

Ja, aber nur unter strengen Voraussetzungen. Nach § 7 Abs. 1 des Arbeitszeitgesetzes darf die Arbeitszeit nur dann über die Grenzen von 10 Stunden hinaus verlängert werden, wenn regelmäßig und in erheblichem Umfang Bereitschaftsdienst anfällt. Die reine Vollarbeit darf auch bei einem 24-Stunden-Dienst maximal 10 Stunden betragen.

Welche Pausen und Ruhezeiten sind vorgeschrieben?

Wer länger als 9 Stunden arbeitet, hat gesetzlich Anspruch auf mindestens 45 Minuten Pause, die auch in 15-Minuten-Blöcken aufgeteilt werden kann. Nach Beendigung einer 24-Stunden-Schicht muss zwingend eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 11 Stunden eingehalten werden (in Ausnahmefällen, wie im Gesundheitswesen, 10 Stunden mit entsprechendem Ausgleich).

In welchen Branche sind 24-Stunden-Schichten üblich?

Dieses Schichtmodell wird überall dort eingesetzt, wo eine lückenlose Versorgung oder Überwachung lebenswichtig ist. Dazu zählen insbesondere das Gesundheitswesen (z.B. Krankenhäuser, Rettungsdienste), Sicherheitsdienste wie die Polizei und Feuerwehr, aber auch Industrieunternehmen mit einer kontinuierlichen Produktion.

Wie plane ich 24-Stunden-Schichten rechtssicher und einfach?

Um Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz zu vermeiden, müssen Höchstarbeitszeiten, Pausen und die zwingende 11-stündige Ruhezeit exakt eingehalten werden. Mit einer digitalen Schichtplanung wie clockin behältst du diese Vorgaben automatisch im Blick, vermeidest Zettelchaos und deine Mitarbeiter haben ihren Dienstplan jederzeit transparenz in der App auf dem Smartphone dabei.

Was ist eine 24-Stunden-Schicht? 

Der Begriff 24-Stunden-Schicht wird in der Praxis oft für zwei unterschiedliche Szenarien verwendet: 

  1. Die 24-Stunden-Abdeckung: Ein Unternehmen stellt sicher, dass über einen Zeitraum von 24 Stunden kontinuierlich gearbeitet wird. Hierbei arbeitet jedoch nicht ein einzelner Mitarbeiter durchgehend, sondern mehrere Arbeitnehmer teilen sich den Tag in verschiedenen Schichten (z.B. Früh-, Spät- und Nachtschicht) auf. 
  2. Der tatsächliche 24-Stunden-Dienst: Ein einzelner Mitarbeiter ist tatsächlich für volle 24 Stunden eingeteilt. Aufgrund der hohen körperlichen Belastung ist dies jedoch nur unter strengen gesetzlichen Voraussetzungen erlaubt und besteht aus einer Kombination von aktiver Vollarbeit und Bereitschaftsdienst. 

Wann ist eine 24-Stunden-Schicht gesetzlich erlaubt? 

Für den Schutz der Arbeitnehmer gelten in Deutschland strenge Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes. Grundsätzlich darf die werktägliche Arbeitszeit 8 Stunden (in Ausnahmefällen 10 Stunden) eigentlich nicht überschreiten. 

Eine durchgehende 24-Stunden-Schicht für eine einzelne Person ist rechtlich durch §7 Abs. 1 Arbeitszeitgesetz nur dann erlaubt nur dann erlaubt, wenn regelmäßig und in einem erheblichen Umfang Arbeitsbereitschaft oder Bereitschaftsdienst anfällt. Für die Planung bedeutet das konkret: 

  • Maximale Arbeitszeit: Auch innerhalb einer 24-Stunden-Schicht dürfen maximal 10 Stunden reine Vollarbeit geleistet werden. 
  • Pausenzeiten: Bei einer Arbeitszeit von über 9 Stunden sind gesetzlich mindestens 45 Minuten Pause vorgeschrieben. Diese können auch flexibel in Blöcke von mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden. 
  • Die 11-Stunden-Regel (Ruhezeit): Nach dem Ende einer 24-Stunden-Schicht muss zwingend eine Ruhezeit von mindestens 11 Stunden eingehalten werden, bevor der nächste Dienst beginnt. In speziellen Branchen wie dem Gesundheitswesen kann die Ruhezeit durch Tarifverträge auf 10 Stunden verkürzt werden, sofern sie zeitnah ausgeglichen wird. 

Typische Einsatzbereiche: Die 24-Stunden-Schicht in der Praxis

Du findest 24-Stunden-Schichten vor allem dort, wo eine ständige Verfügbarkeit lebenswichtig ist: im Gesundheitswesen (Krankenhäuser, Notaufnahmen), bei Sicherheitsdiensten (Polizei, Feuerwehr) und im Rettungsdienst. 

Dass dieses MOdell in der Praxis gut funktionieren kann zeigen aktuelle Beispiel: 

  • Berufsfeuerwehr Frankfurt: Hier wurde nach einer Mitarbeiterbefragung von einem 10/14-Stunden-Wechselmodell auf das 24-Stunden-Schichtmodell umgestellt. Das Ergebnis: mehr planbare Freizeit für die Einsatzkräfte und eine höhere Attraktivität für Pendler. 
  • Rettungsdienst Kreis Lippe: Zur Verbesserung der Work-Life-Balance führte man auch hier 2026 das 24-Stunden-Modell ein. Auf Rettungswachen mit extrem hohem Einsatzaufkommen verzichtet man jedoch bewusst darauf und bleibt bei 12-Stunden-Schichten, um die mentale und körperliche Belastung der Mitarbeiter gering zu halten. 

Vor- und Nachteile der 24-Stunden-Schicht 

Bevor du ein solches Modell in Erwägung ziehst, solltest du die Vor- und Nachteile genau abwägen. 

Vorteile für die Arbeitgeber und Arbeitnehmer: 

  • Mehr Freizeitblöcke: Wer 24 Stunden am Stück arbeitet (z.B. von 7 Uhr bis 7 Uhr am Folgetag), hat danach oft längere Erholungsphasen. Typischerweise folgen auf eine Schicht mindestens 48 Stunden Freizeit, was Kurzreisen oder Zeit mit der Familie erleichtert. 
  • Weniger Aufwand für Pendler: Durch die langen Schichten reduzieren sich die Fahrzeiten und Fahrtkosten zum Arbeitsplatz enorm. 
  • Weniger Dienstübergaben: Es gibt deutlich weniger Schichtwechsel, was den organisatorischen Aufwand minimiert und Übergabefehler reduziert. 

Nachteile und Risiken:

  • Hohe gesundheitliche Belastungen: Der Wechsel zwischen Tag- und Nachtarbeit stört den Biorhythmus und kann zu Schlafstörungen und Stress führen. 
  • Sicherheitsrisiken: Müdigkeit führt zu Konzentrationsschwächen. Vor allem zwischen 02:00 und 05:00 Uhr morgens steigt die Fehleranfälligkeit. In Berufen mit extrem hoher Auslastung macht eine 24-Stunden-Schicht daher oft weniger Sinn, da die Teams irgendwann kaum noch einsatzfähig sind. 

24-Stunden-Schichten rechtssicher planen – so schützt du ein Team mit clockin 

Die Organisation einer 24-Stunden-Schicht verzeiht keine Fehler. Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz oder nicht eingehaltene Ruhezeiten können zu ernsthaften rechtlichen Konsequenzen führen und die Gesundheit deines Teams gefährden. Wer hier auf unübersichtliche Excel-Tabellen oder Zettelwirtschaft setzt, verliert schnell den Überblick. 

Mit der digitalen Zeiterfassung und Schichtplanung von clockin machst du Schluss mit dem Planungschaos: 

  • Gesetzeskonform planen: clockin hilft dir dabei, gesetzliche Vorgaben wie maximale Arbeitszeiten und die zwingende 11-stündige Ruhezeit zwischen zwei Schichten im Blick zu behalten. 
  • Lückenlose Dokumentation: Pausen, Arbeitszeiten und Bereitschaftsdienste lassen sich digital erfassen und rechtssicher dokumentieren. Das ist nicht nur bei Prüfungen durch Behörden enorm wichtig. 
  • Maximale Transparenz für Mitarbeiter: Deine Mitarbeiter können ihre Dienstpläne jederzeit flexibel über die clockin App auf dem Smartphone einsehen. Das reduziert den privaten Planungsstress und sorgt für zufriedenere Teams. 
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Fazit

Die 24-Stunden-Schicht ist ein anspruchsvolles Arbeitszeitmodell, das vor allem im Rettungswesen, in der Pflege oder bei der Feuerwehr unverzichtbar ist. Richtig angewandt – mit einem hohen Anteil an Bereitschaftsdienst – kann sie Mitarbeitern längere Freizeitblöcke und weniger Pendler-Stress ermöglichen. Das A und O für den Erfolg ist jedoch eine gesetzeskonforme und rücksichtsvolle Planung. Digitale Tools wie die Schichtplanung von clockin nehmen dir hierbei die schwerste Arbeit ab und sorgen für ein gesundes, faires und produktives Arbeitsumfeld. 

Disclaimer: Alle Informationen auf den Seiten dieser Website dienen der allgemeinen Information. Sie stellen keine Rechtsberatung im Einzelfall dar, können und sollen diese auch nicht ersetzen.

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