Definition & Modelle. Die Anatomie der Schichtarbeit
Schichtarbeit ist das Arbeiten nach einem bestimmten Zeitplan, indem verschiedene Arbeitnehmer nacheinander am selben Arbeitsplatz eingesetzt werden. So kann die Arbeit über einen längeren Zeitraum auf verschiedenen Arbeitnehmer aufgeteilt werden. Klassischerweise rotieren die Arbeitnehmer in diesem Zeitplan.
In der Schichtarbeit kann nach verschiedenen Modellen gearbeitet werden:
- 2-Schichtmodell: Hier wird nur zwischen Früh- und Spätschicht gewechselt und bietet damit zum Beispiel die Option für längere Öffnungszeiten in der Gastronomie
- 3-Schichtmodell: In diesem Modell kommt die Nachtschicht hinzu und ermöglicht damit auch eine Fortführung des Betriebs rund um die Uhr.
- 4-Schichtmodell: In dieser Version arbeiten 4 Teams immer in Rotation der Früh-, Spät- und Nachtschicht und können so auch die Wochenendarbeit einschließen.
- 5-Schichtmodell: Es erweitert das 4-Schichtmodell um ein weiteres Team, um mehr Erholung zu ermöglichen.
Weitere Informationen zu verschiedenen Schichtmodellen findest du hier.
Die Perspektive der Unternehmen: Effizienz vs. Verantwortung
Vorteile der Schichtarbeit für Unternehmen
- Kapitalkosten: Schichtarbeit ermöglicht Industrien, dass Maschinen über 24 Stunden laufen können, wo das Abschalten zu teuer wäre.
- Rundum-Versorgung: In der Gesundheitsbranche und vielen anderen Branchen ist die 24-Stunden-Versorgung unumgänglich. Schichtarbeit ermöglicht es den Menschen und Betrieben hier, rund um die Uhr arbeiten zu können, ohne die gesetzliche Höchstarbeitszeiten zu überschreiten.
- Globalisierung: Durch eine immer internationaler werdende Wirtschaft rückt auch die Relevanz von Erreichbarkeiten in anderen Zeitzonen in den Vordergrund.
Nachteile der Schichtarbeit für Unternehmen
- Fehlerrate: Durch Müdigkeit steigt die Fehlerquote zwischen 2:00 Uhr und 5:00 Uhr morgens massiv an.
- Fluktuation: Wer in Schichtarbeit arbeitet, setzt sich einem höheren körperlichen Risiko aus. Zusätzlich ist die Schichtarbeit weniger attraktiv als klassische Arbeitsmodelle.
- Planungsaufwand: Schichtarbeit verlangt ein hohes Maß an Planung. Hierfür braucht es extra Ressourcen.
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Die Perspektive der Arbeitnehmer: Zeit & Biologie
Vorteile der Schichtarbeit für Arbeitnehmer
- Zuschläge: Genau wie Feiertagsarbeit und Sonntagsarbeit, belohnt der Gesetzgeber Nachtarbeit mit steuerlichen Vorteilen. Nachtzuschläge sind steuerfrei.
- Ausgleichszeiten: Durch das Vorarbeiten in Blöcken entstehen oft Phasen von 3 bis 5 Tagen am Stück. Das ermöglicht Kurzreisen oder intensive Hobbys unter der Woche, ohne das Urlaubskonto anrühren.
Nachteile der Schichtarbeit für Arbeitnehmer
- Gesundheit: Die Schichtarbeit, gerade ab dem 3-Schichtmodell, schlägt stark auf den Biorhythmus. Mehr zum gesundheitlichen Risiko bei Schichtarbeit findest du hier.
- Soziales: Arbeiten entgegen der gesellschaftlichen Norm birgt die Gefahr der Isolation. Freizeit findet oft dann statt, wenn Freunde und Familie arbeiten und umgekehrt.
- Sicherheit: Die Fehlerquote und damit Unfallgefahr steigt vor allem während der Nachtstunden.
Rechtlicher Rahmen der Schichtarbeit: Was ist erlaubt?
Auch in der Schichtarbeit sind Unternehmen an die gesetzlichen Richtlinien von Höchstarbeitszeiten und Ruhezeiten gebunden:
- Maximal 8 Stunden Arbeit (in Ausnahmefällen 10 Stunden mit Ausgleich)
- Mindestens 11 Stunden Pausen zwischen zwei Schichten
Zusätzlich besteht ein Beschäftigungsverbot bei Nachtarbeit für Schwangere, Stillende und Jugendliche.
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