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Arbeitszeiterfassung bei der EM 2024: Ein Blick hinter die Kulissen

Erstellt von Karla Terhaar | | Zeiterfassung

Die EM 2024 ist im vollen Gange. Wir verfolgen die Spiele gebannt. Dabei haben wir uns eine Frage gestellt: Wie funktioniert eigentlich Arbeitszeit im Fußball? Wann beginnt die Arbeitszeit der Spieler? Wann endet sie? In diesem Artikel werfen wir einen Blick hinter die Kulissen. Wir zeigen dir anhand der digitalen Zeiterfassungsapp clockin, wie ein Arbeitsalltag der Spieler aussieht.

Disclaimer: Alle Informationen auf den Seiten dieser Website dienen der allgemeinen Information. Sie stellen keine Rechtsberatung im Einzelfall dar, können und sollen diese auch nicht ersetzen.

Ein Arbeitsalltag unserer Nationalmannschaft

Dass Fußballspieler nicht zu den Geringverdienern in Deutschland gehören, ist klar. Ihre Vergütung setzt sich aus verschiedenen Einnahmequellen zusammen: Prämien pro Spiel und Erfolge. Ein festes Gehalt vom jeweiligen Verein, bei dem sie unter Vertrag stehen, sowie Sponsoring und Werbung. In Deutschland herrscht allerdings seit 2022 die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung. Das bedeutet: Auch wenn die Spieler nicht nach Stunden bezahlt werden, müssen ihre Arbeitsstunden dennoch aufgezeichnet werden, denn auch sie sind streng genommen Arbeitnehmer mit festen Arbeitsverträgen. Mit der Arbeitszeiterfassung kann sicher gestellt werden, dass die Richtlinien des Arbeitszeitgesetzes eingehalten werden.

Wir wollen uns einmal im Detail anschauen, wie das bei der deutschen Nationalmannschaft bei der EM 2024 aussehen würde. Wie viel arbeiten die Spieler eigentlich unterm Strich bei einem Spiel? Was gehört eigentlich alles zur Arbeitszeit dazu. 

Vor dem Spiel

Ankunft im Stadion

Wir starten unsere Reise mit der Ankunft am Stadion. Die Spieler treffen ca. 90-120 Minuten vor dem Spiel am Stadion ein. Sie werden vom Staff und Trainer begrüßt. Schon hier beginnt die Arbeitszeit. Stellen wir uns vor: In der Umkleide hängt ein Tablet als Zeiterfassungsterminal. Jeder Spieler kann sich dort ein- und ausstempeln. Ab dem Betreten des Stadions läuft die Zeiterfassung.

Vorbereitung 

Es geht weiter mit Umziehen, medizinischen Checks, Gesprächen mit den Trainern und dem Aufwärmen auf dem Platz. Diese Vorbereitung ist essenziell für ihre Arbeit – das Spielen. Deshalb gehört es natürlich auch zur Arbeitszeit.

Während des Spiels

Spielbeginn 

Mit dem Spielbeginn beginnt die Hauptarbeit des Spielers – den Teil, den wir im Fernsehen verfolgen. Wurde zwischen Ankunft im Stadion und Anpfiff des Spiels keine Auszeit genommen, in der die Spieler sich mit anderen Tätigkeiten als dem Vorbereiten des Spiels beschäftigt haben, läuft weiterhin die Zeiterfassung

Halbzeitpause 

Auch wenn die Halbzeitpause zur Regenerationszeit für die Spieler gilt, heißt das noch lange nicht „Mittagspause“. Die Halbzeit wird aktiv zur taktischen Besprechung und medizinischen Betreuung genutzt. Deshalb gilt auch die halbe Stunde zwischen erster und zweiter Halbzeit als Arbeitszeit.

Wir merken: Wenn die Spieler sich vor dem Anpfiff keine aktive Ruhepause genommen haben, arbeiten sie seit Ankunft im Stadion. Das sind zu diesem Zeitpunkt 2-3 Stunden.

Zweite Halbzeit

Natürlich gilt auch die zweite Halbzeit als Arbeitszeit. Das Spiel wird fortgesetzt. Möglicherweise stempeln sich die Spieler noch in die „zweite Halbzeit“ für eine genaue Dokumentation der Arbeitszeit.

Nach dem Spiel

Nach dem Abpfiff 

Nach dem Sieg – und nach dem Feiern des Sieges – geht es für die deutsche Nationalmannschaft zurück in die Kabine. Nehmen wir es ganz genau, müssen die Spieler sich zum Abpfiff des Spiels direkt ausstempeln. Das heißt, sich bejubeln lassen und den Sieg im Stadion feiern müssten als Pausenzeit aufgezeichnet werden. Auch das Duschen und der Cooldown sind keine Arbeitszeit.

Nach ca. 3-4 Stunden Arbeitszeit gehen die Spieler zum ersten Mal in die Pause.

Medienverpflichtungen 

Die meisten Spieler verlassen das Stadion aber nicht direkt nach Abpfiff. Stattdessen wird noch an Pressekonferenzen teilgenommen. Diese Zeit könnte wieder als Arbeitszeit gelten – die Spieler treten im Namen der deutschen Nationalmannschaft auf und vertreten damit das „Unternehmen“.

Verlassen des Stadions 

Mit dem Verlassen des Stadions beenden die Spieler ihren Arbeitstag. Bleiben die Spieler allerdings zum Feiern des Sieges noch länger in der Kabine, wird der Arbeitstag schon dort beendet. Damit wäre ein Spieltag nach etwa 4 Stunden Arbeitszeit angeschlossen. 

Besondere Situationen

Verlängerung und Elfmeterschießen 

Kommt es beim EM-Spiel mal zum Elfmeterschießen oder zu Verlängerungen, werden diese natürlich weiterhin als Arbeitszeit gewertet. Wir würden die Spieler also nicht schnell vom Platz rennen sehen, sobald die 90 Minuten überschritten sind.

Reisezeit und Unterkünfte 

Genauso wie bei jedem anderen Arbeitnehmer ist die Arbeitszeiterfassung bei Dienstreisen auch für Fußballspieler etwas komplexer: Grundsätzlich gilt, dass An- und Abreise gesetzlich, solange nicht selbst hinter dem Steuer gesessen wird oder während der Fahrt gearbeitet wird, nicht zur Arbeitszeit zählen müssen. Auch die Zeit vor Ort ist nicht automatisch Arbeitszeit, nur weil sich die Spieler nicht zu Hause befinden. Stattdessen müssten durch Verpflegungspauschalen der Mehraufwand während der Dienstreise – also dem Auswärtsspiel – ausgeglichen werden.

Während die Nationalmannschaft zur EM 2024 sich also in ihrem “Home Ground” in Herzogenaurach befindet, müsste nur dann gestempelt werden, wenn sich auch wirklich aktiv für die Spiele vorbereitet wird. Dazu gehört aber nicht nur das Aufwärmen vor den Spielen, sondern auch das Trainieren dazwischen, medizinische Checks und Besprechungen. 

Arbeitszeiten von Auswechselspielern 

Was aber nun, wenn ein Spieler über den gesamten Zeitraum des Spiels auf der Ersatzbank sitzt? Wird diese Zeit dann als eine Art Bereitschaftsdienst gewertet?

Nun, die Spieler wärmen sich natürlich, genauso wie alle anderen Spieler, vor Beginn des Spiels auf. Das heißt, auch bei ihnen beginnt der Arbeitstag mit Betreten des Stadions. Während des Spiels selbst sitzen die Spieler auf der Bank, bereit jederzeit einzuspringen. Diese Spieler befinden sich also in Bereitschaft. Im Vergleich zur sogenannten „Rufbereitschaft“, in der nur der aktive Arbeitseinsatz vergütet wird, sind die Spieler am Spielfeldrand nicht in der Lage, ihren Aufenthaltsort frei zu wählen. Deshalb wird die gesamte Zeit der „Bereitschaft“ zu spielen, als Arbeitszeit gewertet.

Auswechselspieler arbeiten also selbst ohne Spielzeit rechtlich genauso lange wie die Spieler mit Spielzeit.

Natürlich ist das hier nur eine beispielhafte Darstellung. Die deutsche Nationalmannschaft ist nicht vom DFB angestellt. Das heißt, die Arbeitszeit, die sie während der Länderspiele leisten, wird nicht gewertet wie in einem klassischen Angestelltenverhältnis. Stattdessen werden die Spieler durch Länderspielprämien vom DFB bezahlt. Zusätzlich erhalten sie ein Grundgehalt von ihrem Vereinsträger.

Die Arbeitszeit, unabhängig davon für wen sie arbeiten, muss aber dennoch erfasst werden. Während eines Länderspiels scheint kein großes Risiko für einen Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz zu bestehen. Die maximale Arbeitszeit am Stück liegt bei 6 Stunden. Solange eine Ruhepause von 11 Stunden zwischen den Arbeitseinsätzen eingehalten wird, befinden die Spieler sich im gesetzlichen Rahmen. Trotzdem: Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Spieler sich in Zukunft mit einer digitalen App wie clockin zu den Spielen ein- und ausstempeln müssen. 

Spieler müssen also ihre Arbeitszeiten erfassen. Das hört sich vielleicht erstmal etwas verrückt an. Ist aber durch clockin ganz einfach umzusetzen. clockin unterstützt bereit Profisport-Vereine wie den VfL Gummersbach aus der 1.Bundesliga im Handball und den Volleyball Bundesligisten USC Münster mit digitaler Arbeitszeiterfassung. 

Du möchtest mehr über clockin erfahren? 

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