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Sollten meine Mitarbeiter Raucherpausen stempeln?

  

Kaum ein Thema wird so kontrovers diskutiert wie das Thema Rauchen während der Arbeitszeit. Da es keine gesetzlichen Vorgaben gibt, kann jedes Unternehmen selbst über die Regelungen entscheiden. Ein Überblick.

Raucherpausen - ein Thema, das in (fast) jedem Betrieb Relevanz hat und zu Streit zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber oder unter Kollegen führen kann. Während es bei Nichtrauchern häufig zu Unmut kommt, wenn rauchende Kollegen ständig Raucherpausen während der Arbeitszeit einlegen, argumentieren Andere, dass  Raucherpausen den kollegialen Austausch fördern können und zu einem positiven Betriebsklima beitragen. Gesetzlich stehen Rauchern keine Raucherpausen zu und werden nur aus Kulanz des Arbeitgebers gestattet. Folglich muss der Umgang mit diesem sensiblen Thema in jedem Betrieb individuell geregelt werden. 

Wie sieht die Gesetzeslage aus?

Spätestens seit Einführung des Bundesnichtraucher-Schutzgesetzes im Jahr 2007 steht das Gesetz auf der Seite der Nichtraucher und sieht vor, dass der Arbeitgeber die nicht-rauchenden Beschäftigten vor Zigarettenrauch zu schützen hat. Demnach kann er ein generelles oder auf einzelne Bereiche des Betriebsgrundstückes bezogenenes Rauchverbot erlassen, sofern Beschäftigte durch das dortige Rauchen gefährdet werden könnten. 

Sowohl die Arbeits-, als auch Pausenzeiten werden durch das Arbeitsschutzgesetz geregelt. Konkret besagt § 4, dass bei einer Arbeitszeit von sechs bis neun Stunden eine Pause von 30 Minuten, bei mehr als neun Stunden eine Pause von 45 Minuten vorgeschrieben ist. Dem Arbeitnehmer steht frei, wie und wo er diese Pause nutzt. Demnach kann er diese auch zum Rauchen nutzen - sofern er dies an einem Ort macht, an dem Nichtraucher dem Rauch nicht ausgesetzt sind. Darüber hinaus sind laut Gesetz keine weiteren Unterbrechungen der Arbeitszeit vorgesehen - auch keine kurzen Raucherpausen. 

 

Welche Regelungen gibt es? Ein Überblick:

In der Praxis wird der Umgang mit Raucherpausen sehr unterschiedlich gehandhabt. Die unternehmensindividuellen Regelungen werden vom Arbeitgeber alleine oder gemeinsam mit dem Betriebsrat festgelegt und können im Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung niedergeschrieben werden. 

Variante A: Jeder wie er will, aber es kann Probleme geben

In einigen Betrieben werden kurze Raucherpausen geduldet und müssen nicht erfasst werden. Diese Regelung setzt das grundlegende Vertrauen des Chefs gegenüber seinen Mitarbeitern voraus, dass diese kurzen Pausen nicht zulasten der Arbeitsproduktivität gehen. Einige argumentieren, dass gemeinsame Raucherpausen den Austausch unter Kollegen fördern und häufig wichtige geschäftliche Themen in eben diesen Unterbrechungen diskutiert werden. Je nach Häufigkeit der eingelegten Pausen kann sich so aber für die Raucher eine große zusätzliche Pausenzeit ergeben. Beschwerden seitens nicht-rauchender Mitarbeiter, die sich aufgrund der vielen zusätzliche Pausen ihrer Kollegen ungerecht behandelt fühlen, sind keine Seltenheit. 

Variante B: Streng, aber fair

In anderen Unternehmen sind die Regeln diesbezüglich durchaus strenger: Auch kurze Raucherpausen müssen konsequent gestempelt werden und zählen folglich zur gesetzlich vorgeschriebenen Pausenzeit. Dem Mitarbeiter bleibt demnach weniger Zeit für eine morgendlich Kaffepause oder den Gang zur Kantine am Mittag.
Einige Unternehmen ermöglichen den Mitarbeitern auch, die durch die Raucherpausen entstandenen Unterbrechungen am Ende eines Arbeitstages nachzuholen. 

Durch diesen strengeren Umgang mit dem Thema wird dafür gesorgt, dass jedem Mitarbeiter - sowohl Rauchern, als auch Nichtrauchern - die gleichen Pausenzeiten zustehen. Folglich gibt es keinen Grund, dass sich Nichtraucher ungerecht behandelt fühlen könnten. Zudem wird sich der ein oder andere Raucher gut überlegen, ob er noch eine weitere Pause einlegt, wenn diese zu Lasten seiner Freizeit am Nachmittag geht.

Fazit?

Letztendlich muss jeder Arbeitgeber die Vor- und Nachteile beider Varianten abwägen und  individuell entscheiden, wie der Umgang mit dem Thema Raucherpausen in seinem Unternehmen gehandhabt wird. 

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