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Die Hürden der digitalen Transformation – und wie du sie überwindest

Erstellt von Anastasia Glawatzki  |        Digitale Transformation  

Schon seit vielen Jahren ist klar: Unternehmen müssen sich digital transformieren. Doch auf dem Weg zum Ziel treffen Geschäftsführer auf verschiedene Hürden. Welche sind es und wie kannst du sie überwinden?

Was ist digitale Transformation?

Digitale Transformation umfasst die Integration von digitaler Technologie in alle Geschäftsbereiche. Das verändert die Funktionsweise des Unternehmens und stiftet Wert für die Kunden. Digitale Transformation findet auf zwei Ebenen statt: 

  • In der Digitalisierung interner Prozesse und Abläufe (z. B. Customer Relationship Management oder interne Projektarbeits-Tools)
  • In der Digitalisierung der Kundenbeziehungen (z. B. Marketing, Vertrieb, Support)

Welche Vorteile hat digitale Transformation für Unternehmen?

In einer Zeit, in der Ressourcen wie Holz, Stahl, Aluminium und Kunststoff knapper und teurer werden und der Mindestlohn steigt, stehen viele Unternehmen vor wirtschaftlichen Problemen. Auch die Auswirkungen der Corona-Krise sind noch deutlich spürbar und treiben Hunderte Unternehmen in den Ruin. Um erfolgreich aus der Krise herauszugehen, müssen Marken umdenken. Höhere Effizienz, Produktivität und Kostenersparnis sind die Ziele. Die Digitalisierung von Arbeitsprozessen hilft Unternehmen nicht nur dabei, die unsichere Zeit zu überwinden, sondern rüstet sie auch für die Zukunft auf.

Digitale Unternehmen …

  • … erreichen globale Wachstumsmärkte durch neue Geschäftsmodelle.
  • … erzielen höhere Gewinne.
  • … reagieren schneller auf Marktveränderungen und sind wettbewerbsfähiger.
  • … haben loyalere Kunden.
  • … bieten ihren Mitarbeitenden eine höhere Flexibilität.
  • … sind attraktiver für top-ausgebildete Fachkräfte.

Obwohl die Vorteile der digitalen Transformation von Unternehmen erkannt werden, wird die Digitalisierung ausgebremst. Das sind die Hürden der digitalen Tranformation:

Warum verläuft Digitalisierung in Unternehmen so langsam?

Verteidigung bestehender Strukturen

Das Problem

„Das haben wir schon immer so gemacht, warum sollten wir es ändern?“ Mit 65 Prozent ist die Verteidigung bestehender Strukturen die größte Digitalisierungshürde für Unternehmen. Wenn Abteilungen ihre Arbeitsprozesse nicht umstellen wollen, liegt es häufig an der Bequemlichkeit. Digitale Transformation erfordert einen Schritt außerhalb der eigenen Komfortzone. Neue Arbeitsprozesse müssen eingeführt, neue Denkweisen angeeignet werden. Oftmals schwingt zusätzlich eine große Unsicherheit mit. Werde ich von Maschinen ersetzt? Wie wird sich mein Arbeitsalltag verändern?

Die Lösung

So überwindest du diese Hürde: Mit ehrlicher und empathischer Kommunikation kannst du Unsicherheiten und Ängste adressieren und die Vorteile von digitaler Transformation aufzeigen. So kannst du als Arbeitgeber beschreiben, wie digitale Technologien Mitarbeitende entlasten und unterstützen können – auch anhand von konkreten Erfolgsbeispielen aus anderen Unternehmen. Verständnis und Motivation der Mitarbeitenden spielen eine zentrale Rolle für das Gelingen der Umstellung.

Digitale Transformation erfordert Mut. Auch wenn es schwerfällt: Unternehmen müssen sich von Perfektion und absoluter Sicherheit befreien. Wandel zuzulassen und aktiv zu gestalten, ist eine Herausforderung – aber sie lohnt sich. Denn wer in altbewährten Strukturen bleibt und abwartet, was die Konkurrenz unternimmt, wird schnell von ihr überholt. Und das kann im schlimmsten Fall sogar ein Aus für das Geschäft bedeuten.

Tipp: Um Digitalisierung nicht zu überstürzen, könnt ihr eure Prozesse nach und nach anpassen. Erfahre, wie du deine Mitarbeitenden in der digitalen Transformation mitnehmen und Digitalisierung in 5 Schritten erreichen kannst.

Strikte Arbeitsteilung

Das Problem

Digitalisierung löst die klassische Arbeitstrennung auf. Teams rücken enger zusammen und müssen umstrukturiert werden. Gleichzeitig entstehen neue Rollen, Positionen und Funktionen wie z. B. Digital Officer. Der Fehler von vielen Unternehmen liegt darin, digitale Transformation im Aufgabenbereich einzelner Fachbereiche zu sehen. So schreibt die Hälfe der Unternehmen laut der Fujitsu-Studie IT-Teams die Verantwortung zu. Wenn Pilotprojekte ein-funktional aufgesetzt und von einer Abteilung getragen werden, fehlt eine übergreifende Sicht.

Die Lösung

Da digitale Transformation alle Bereiche des Unternehmens betrifft, braucht es eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Fachbereichen. Denn digitale Transformation ist sowohl Chef- als auch Mitarbeiter- und Führungssache. Durch die Vernetzung von Abteilungen können Informationen schneller fließen, was in kürzeren Umsetzungszyklen resultiert. So können neue digitale Features z. B. auch schneller auf dem Markt eingeführt werden.

Mangelnde digitale Kompetenz der Führungskräfte

Das Problem

Obwohl die Mehrheit der Entscheider begeistert von den Möglichkeiten der Digitalisierung ist, fehlen ihr zentrale Kompetenzen für die Umsetzung. Laut der Fujitsu-Studie überschätzen Führungskräfte ihre eigenen Fähigkeiten. In Wahrheit fehlen ihnen Kompetenzen zum Erarbeiten digitaler Geschäftsmodelle und das Verständnis für die Komplexität der digitalen Transformation. Nicht zuletzt ist es dem Umstand geschuldet, dass Abteilungen in ihren Plänen, Interessen und Schwerpunkten hinsichtlich der Digitalisierung konkurrieren. Diese oftmals gegensätzlichen Ansichten verunsichern Führungskräfte und erschweren das Management zusätzlich.

Die Lösung

Die Führungsebenen brauchen mehr Digitalkompetenzen. Entscheider können sich diese entweder selbst bei Trainings aneignen. Oder sie holen einen Digitalisierungspartner ins Boot, der ihnen über den gesamten Verlauf der digitalen Transformation bei Geschäftsprozessen, digitalen Ecosystems und Plattformen sowie Datensicherheit und Systemintegration beratend zur Seite steht.

Mangelnde technische Kenntnisse der Mitarbeitenden

Das Problem

Führungskräfte sehen die Mitarbeitenden oftmals als Bremsen der digitalen Transformation. Ihnen fehlen konkrete technische Kenntnisse z. B. zu bestimmten Analysetools. Aber auch die notwendigen Soft Skills wie kommunikative Fähigkeiten, Flexibilität oder Zeitmanagement sind nicht ausreichend vorhanden und müssen gefördert werden.

Die Lösung

In Schulungen, Trainings und Workshops können Mitarbeitende den Umgang mit neuer Software lernen. Hilfreich dabei sind intuitive Systeme, die auch für nicht-technikaffine Mitarbeitende leicht zu bedienen sind. Letztendlich geht es um die Haltung – und um die Vermittlung. Mitarbeitende bremsen digitale Transformation nicht aus. Sie brauchen Führung.

Viele unabhängigen Pilotprojekte

Das Problem

Für 65 Prozent der Führungskräfte liegt die Herausforderung der digitalen Transformation darin, dass die digitalen Projekte nicht ausreichend aufeinander abgestimmt sind. Die digitale Strategie ist unklar und konfus. Gleichzeitig werden Budgets für größere Projekte oftmals nicht freigegeben. Daher müssen Abteilungen gezwungenermaßen versuchen, das Beste aus kleinen Projekten herauszuholen.

Die Lösung

Damit sich Unternehmen nicht in einem Übermaß von kleinen Projekten verlieren, braucht es eine Gesamtstrategie mit einer konkreten Vision und Kennzahlen, die den Erfolg definieren. Ausgehend davon können einzelne Maßnahmen top-down geplant, umgesetzt und evaluiert werden. Zwar benötigen größere, miteinander verknüpfte Projekte ein höheres Budget. Unternehmen müssen jedoch im Blick behalten, dass diese anhand anderer Kriterien bewertet werden und einen langfristigen Beitrag zur digitalen Transformation leisten können.

Warum ziehen sich Unternehmen aus der digitalen Transformation zurück?

Als Antwort auf die Probleme bei der digitalen Transformation beschließen manche Unternehmen einen Rückzug. So verleiten fehlendes Interesse und Engagement oder der Glaube, dass die bestehenden Initiativen ausreichen, dazu, dass Digitalisierung auf die Warteliste gesetzt wird. Im internationalen Vergleich herrscht in Deutschland die geringste Bereitschaft, in digitale Projekte zu investieren. Fortschritte werden nur in Großunternehmen und Ballungszentren gemacht, der Mittelstand hängt bei Innovationen zurück.

Das Problem: Diesen Stillstand kann sich gerade kein Unternehmen leisten. Denn die digitale Transformation wird auch durch äußere Entwicklungen forciert, auf die Geschäftsführer keinen oder nur wenigen Einfluss haben. Während sich alle Stakeholder dem digitalen Lebens- und Arbeitsstil anpassen, bleiben Unternehmen, die nicht mit der Zeit Schritt halten, auf der Strecke und werden von der Konkurrenz überholt. 

Zu langsame Digitalisierung kann drastische Folgen für Unternehmen haben:

Verminderte Produktivität und Rentabilität

Im letzten Jahrzehnt ist die Produktivität von Arbeitnehmern um weniger als ein Prozent pro Jahr gestiegen und sank während der Corona-Krise nochmals ab. Besonders Gastgewerbe, Industrie und Dienstleister sind stark betroffen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist diese Entwicklung höchst problematisch.

Fehlende Attraktivität für qualifizierte Mitarbeitende

Arbeitgeber, die bis heute nicht oder nur zu geringen Teilen digitalisiert sind, büßen besonders bei jungen Arbeitnehmergenerationen an Attraktivität ein. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels wird digitale Transformation überlebenswichtig.

Monetäre Verluste

Während die Konkurrenz routinierte Aufgaben automatisiert und so freie Kapazitäten für das Kerngeschäft schafft, erleben nicht-digitalisierte Unternehmen einen Nachteil. Das macht sich auch in der Kundenzufriedenheit bemerkbar und kann dazu führen, dass Kunden zu Mitbewerbern wechseln. Monetäre Verluste sind die Folge.

Die Krise, die durch den Wegfall von nicht-digitalen, ineffizienten Wirtschaftszweigen eintreten wird, ist je nach Unternehmen unterschiedlich nah. Bei manchen reicht der Auftragsbestand noch für mehrere Jahre, bei anderen ist das Ende schon eher erreicht. Digitale Transformation darf nicht länger aufgeschoben werden. Daher gilt: Kerngeschäft stärken und mit frei werdenden Mitteln ein digitales Neugeschäft aufbauen.

Ist Digitalisierung in Hochgeschwindigkeit ein Ausweg aus der Krise?

Im Angesicht der Gefahren, die sich durch eine zu langsame Digitalisierung ergeben, lockt die Vorstellung einer schnellen Umstellung. Viele Unternehmen würden die digitale Transformation gern beschleunigen. Allerdings ist eine Umsetzung in Hochgeschwindigkeit nicht zu empfehlen. Denn so bleibt weniger Zeit für die Strategie, Planung und Mobilisierung, ohne die erfolgreiche Veränderungsprozesse nicht auskommen. Entscheidungen über die Zukunft des Unternehmens dürfen nicht Hals über Kopf erfolgen und benötigen eine klare Ergebnisprognose und die passenden Ressourcen. Zudem würde ein Unternehmen, das sich allein auf die digitale Transformation konzentriert, andere Prioritäten vernachlässigen.

Fazit: Schrittweise neue Wege beschreiten

Kontinuierliche, sukzessive digitale Transformation erleichtert den Übergang und gibt Kunden und Mitarbeitenden Zeit, sich auf die Veränderung einzustellen. Empfehlenswert ist, nach dem Change-Management-Prinzip vorzugehen und digitale KPI zu erstellen, die den Erfolg von Maßnahmen beurteilen. Diese sollten nicht voneinander losgelöst sein, sondern im Sinne einer Gesamtstrategie miteinander interagieren. Abhängig von den Kenntnissen der Führungskräfte können sich Kooperationen mit kompetenten Technologiepartnern als nützlich erweisen. Wir von clockin unterstützen dich gern mit unserem digitalen Know-How.

Bei clockin verstehen wir, dass die immer digitaler und mobiler werdende Welt Unternehmen vor Herausforderungen stellt. Daher haben wir ein papierloses Büro für die Hosentasche entwickelt, mit dem Arbeit einfacher, schneller und effizienter läuft. Und zwar für alle. Du willst uns besser kennenlernen? Dann schaue auf unserer Missionsseite vorbei!

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Über die Autorin

Anastasia Glawatzki ist bei clockin Expertin für die Themen Digitalisierung und Mittelstand. Sie ist begeistert von den Möglichkeiten der Digitalisierung und hilft kleinen und mittelständischen Firmen bei der Bewältigung der klassischen Herausforderungen. Auf unserem Blog schreibt sie über digitale Transformation, smarte Lösungen und die Zukunft der Arbeitswelt.

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