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Altersteilzeit: Ein entspannter Übergang in den Ruhestand

Erstellt von Karla Terhaar | | Zeiterfassung

Die Altersteilzeit bietet älteren Arbeitnehmern eine flexible Möglichkeit, den Übergang in den Ruhestand sanft zu gestalten. Dieses Arbeitsmodell hilft dabei, die Arbeitszeit schrittweise zu reduzieren. Erfahre in diesem Artikel alles Wissenswerte über Anspruch, Finanzierung und die verschiedenen Modelle der Altersteilzeit. Finde heraus, wie Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen profitieren können.

Disclaimer: Alle Informationen auf den Seiten dieser Website dienen der allgemeinen Information. Sie stellen keine Rechtsberatung im Einzelfall dar, können und sollen diese auch nicht ersetzen.

Die wichtigsten Fragen im Überblick

Die Altersteilzeit ist ein Arbeitszeitmodell, das Arbeitnehmer nach Absprache mit dem Arbeitgeber für die letzten Jahre vor ihrer Rente in Anspruch nehmen können. Es wird auf verschiedene Art und Weise die Arbeitszeit heruntergeschraubt, um einen einfacheren Übergang in die Rente zu ermöglichen.

Grundsätzlich dürfen alle Arbeitnehmer, die in den letzten 1080 Tagen sozialversicherungspflichtig waren und das 53. Lebensjahr erreicht haben, in Altersteilzeit gehen. Es hat aber nicht automatisch jeder, der diese Kriterien erfüllt, das Recht auf Altersteilzeit. Die Altersteilzeit muss mit dem Arbeitgeber ausgehandelt werden.

Bis 2010 hat der Staat einen gewissen Teil der Altersteilzeit noch finanziert. Das ist heute nicht mehr der Fall. Der Arbeitnehmer arbeitet meist 50 % seines ursprünglichen Pensums und erhält zusätzliche 20 % des Lohns vom Arbeitgeber ausgezahlt.

Grundlagen der Altersteilzeit

Was ist Altersteilzeit?

Unter Altersteilzeit wird ein Modell der Teilzeitarbeit verstanden, das Menschen ab dem 55. Lebensjahr für die restliche Arbeitszeit vor der Rente in Anspruch nehmen können. Rechtlich ist sie durch das Altersteilzeitgesetz (AltTZG) geregelt. Allerdings besteht kein rechtlicher Anspruch auf die Altersteilzeit, sondern sie kann nur durch eine freiwillige Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Kraft treten. Außerdem können viele Punkte, die im Altersteilzeitgesetz festgeschrieben sind, individuell angepasst werden.

Wer kann Altersteilzeit nehmen?

Die Altersteilzeit ist für Arbeitnehmer möglich, die das 55. Lebensjahr erreicht haben und in den letzten fünf Jahren wenigstens 1080 Kalendertage sozialversicherungspflichtig waren. Es wird nicht zwischen Teilzeit und Vollzeit unterschieden, und auch Zeiten, in denen Anspruch auf Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II bestand, werden mit einberechnet. Die Altersteilzeit muss unmittelbar vor dem frühestmöglichen Antritt der Altersrente genommen werden.

Wie funktioniert Altersteilzeit und Unterschiede zu anderen Modellen?

Die Altersteilzeit

Zielgruppe: Ältere Arbeitnehmer, kurz vor dem regulären Renteneintrittsdatum (55. Lebensjahr) 

Zweck: Dient als Übergang in den Ruhestand und Reduzierung der Arbeitszeit 

Modelle: Blockmodell oder Gleichverteilungsmodell

Gesetzliche Regelungen: In Deutschland durch das Arbeitsteilzeitgesetz geregelt. 

Finanzierung: Halbiertes Gehalt plus 20 % Aufstockung durch den Arbeitgeber

Rentenbeiträge: Arbeitgeber zahlt oft höheren Rentenversicherungsbeitrag, um Einbuße bei der Rente zu reduzieren. 

Die reguläre Teilzeitarbeit

Zielgruppe: Alle Arbeitnehmer, unabhängig vom Alter 

Zweck: flexible Arbeitszeitgestaltung, bessere Work-Life-Balance oder Anpassung an persönlichen Lebenssituation. 

Modelle: individuell zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart. 

Gesetzliche Regelungen: Geregelt durch das Teilzeit- und Befristungsgesetz

Finanzierung: Gehalt richtet sich rein nach den geleisteten Arbeitsstunden 

Rentenbeiträge: Beitragszahlungen zur Rentenversicherung basieren auf dem geringeren Einkommen, was zu niedrigen Rentenansprüchen führen kann.

Andere Vorruhestandsregelungen

Zielgruppe: Arbeitnehmer, die vor dem regulären Renteneintrittsalter aus dem Erwerbsleben ausscheiden möchten. 

Zweck: Frührente, oft ohne weitere Erwerbstätigkeit

Modelle: Frühverrentung, Abfindungsregelungen, Vorruhestandsvereinbarungen 

Gesetzliche Regelungen: sehr unterschiedlich, auch abhängig vom Unternehmen 

Finanzierung: Häufig durch Abfindungen, privaten Ersparnissen, Betriebsrente oder vorzeitige Inanspruchnahme der gesetzlichen Rente, oft mit Abschlägen 

Rentenbeiträge: Früher Renteneintritt führt häufig zu dauerhaften Rentenabschlägen und niedrigeren Rentenzahlungen

Wie du siehst, ist die Altersteilzeit speziell für ältere Arbeitnehmer konzipiert, um den Übergang in den Ruhestand zu erleichtern und wird oft durch staatliche Regelungen unterstützt. Die reguläre Teilzeitarbeit kann hingegen von jedem Arbeitnehmer in Anspruch genommen werden, für eine bessere Work-Life-Balance. Andere Vorruhestandsregelungen ermöglichen einen frühzeitigen Ruhestand, oft ohne weitere Erwerbstätigkeiten, und basieren auf individuellen und betrieblichen Vereinbarungen.

Modelle der Altersteilzeit

In der Altersteilzeit wird die Arbeitszeit in verschiedenen Modellen um einen bestimmten Prozentsatz der bisherigen Vollzeitbeschäftigung reduziert. Das können zum Beispiel 50 % sein.

Das Blockmodell

Im Blockmodell wird der bestehende Arbeitszeitraum in zwei Phasen aufgeteilt: In die Arbeitsphase und die Freistellungsphase. In der Arbeitsphase arbeiten Arbeitnehmer weiterhin wie gewohnt in Vollzeit. In der Freistellungsphase ist der Arbeitnehmer dann freigestellt und arbeitet nicht mehr, erhält aber weiterhin das vereinbarte Entgelt.

In der Praxis kann das wie folgt aussehen: 

Vorteile: Das Blockmodell ermöglicht eine klare Trennung zwischen Arbeits- und Freistellungsphase. Der Arbeitnehmer kann in der Freistellungsphase vollständig aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Innerhalb des Blockmodells können Arbeitnehmer also früher in eine Art Rente gehen. 

Nachteile: Möglicherweise besteht in der ersten Phase des Arbeitens eine höhere Belastung, da weiterhin Vollzeit gearbeitet wird. Es eignet sich also nicht für Menschen, die die Arbeitszeit aufgrund gesundheitlicher oder privater Veränderungen schon vor der Rente reduzieren wollen.

Für den Arbeitgeber gilt: Dieses Modell ermöglicht, dass der Arbeitnehmer erst einmal weiterhin seinen gegebenen Aufgaben nachkommen kann. Für den Arbeitgeber ist es also in der ersten Zeit keine große Umstellung. Allerdings fällt innerhalb der zweiten Hälfte eine komplette Vollzeitstelle mit höchstwahrscheinlich viel Erfahrung und Qualifikationen weg.

Das Gleichverteilungsmodell

Das Gleichverteilungsmodell funktioniert ähnlich wie ein klassischer Teilzeitberuf: Die Arbeitszeit wird während der gesamten Dauer der Altersteilzeit gleichmäßig reduziert. Der Arbeitnehmer arbeitet durchgehend mit einer reduzierten Stundenzahl, beispielsweise 50 % der bisherigen Arbeitszeit.

In der Praxis kann das so aussehen: 

Vorteile: Während des Gleichverteilungsmodells erhält der Arbeitnehmer eine kontinuierliche Entlastung der Arbeitszeit und kann sich so einen gleichmäßigen Übergang in den Ruhestand bauen. 

Nachteile: Dieses Modell ermöglicht keine frühzeitige Freistellungsphase. Der Arbeitnehmer steht also weiterhin, bis zur Rente, unter einer gewissen Arbeitsbelastung. 

Für den Arbeitgeber gilt: Mit dem Gleichverteilungsmodell reduziert der Arbeitnehmer zwar seine Stunden drastisch und muss wahrscheinlich Aufgaben abgegeben, doch bleibt er mit seinem Wissen und seinen Erfahrungen dem Unternehmen länger erhalten. Außerdem ist diese Zeit eine gute Möglichkeit für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter. 

Fazit

Altersteilzeit ermöglicht Unternehmen eine gezielte Personal- und Nachfolgeplanung, fördert den Wissenstransfer und stärkt das Betriebsklima. Mitarbeiter profitieren von einem sanften Übergang in den Ruhestand, erhöhter Zufriedenheit und besserer Work-Life-Balance. Flexible Modelle und individuelle Anpassungen stellen sicher, dass die Bedürfnisse beider Seiten erfüllt werden. Mit sorgfältiger Planung und finanzieller Unterstützung kann Altersteilzeit eine Win-Win-Situation schaffen, die langfristig zur Stabilität und Produktivität des Unternehmens beiträgt.

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